Einen Welpen aussuchen

Sie haben alle Tests bestanden, alle Fragen beantwortet und sind bereit für einen Welpen. Hand aufs Herz! Würden Sie ihr Kind in ein Heim geben, nur weil Sie seiner überdrüssig sind oder Ihre Lebensplanung sich geändert hat? Nein? Dann sind Sie eventuelle geeignet einem Neufundländer ein Heim zu geben. Seien Sie sich bewusst, der sensible Neufundländer muss um sich charakterlich voll zu entfalten, Mitglied des Familienrudels sein können.

Er sucht und braucht Menschen, die zu ihm halten- bis an sein Lebensende.
Bitte überlegen Sie deshalb sehr genau, ob Sie einem Neufundländer das richtige Umfeld bieten können. Er wird darauf vertrauen als Mitglied ihrer Familie ein lebenslanges Bleiberecht zu haben.
Bitte treten Sie das Ihnen entgegengebrachte Vertrauen nicht mit Füßen.

Nun nähert sich der große Tag, an dem Sie ihren Neufundländer aussuchen. Möglicherweise haben Sie den Wurf regelmäßig angesehen und haben gefühlsmäßig schon Ihre Wahl getroffen. Viele Welpenkäufer können leider nicht verstehen, das der Züchter Sie bis zum letzten Moment warten lässt.
Aus unserer Erfahrung würden wir sagen, dass die Auswahl eines Welpen viel mit Glück zu tun hat. Umso älter die Welpen sind, desto besser kann man darauf schließen, wie er oder sie ausgewachsen aussehen. Wir haben bereits große Unterschiede zwischen Welpen die gerade sechs Wochen alt sind und denen die einige Tage älter sind festgestellt. Viele Züchter lassen auch den Wurf mit sechs Wochen nochmals vom Tierarzt untersuchen, es wäre bestürzend zu erfahren das der ausgewählte Welpe krank ist. Seien Sie bitte geduldig wenn der Züchter Sie warten lässt, es ist durchaus zu ihrem Vorteil.

Die folgende erste Diskussion wird nun das Thema Rüde oder Hündin sein. Die Hündin wird zweimal im Jahr läufig. Damit sind unter Umständen alle unangenehmen Begleiterscheinungen wie Blutungen und den zeitweiligen Besuch sämtlicher Rüden aus der Nachbarschaft verbunden.. Der Rüde kann aber unter Umständen das ganze Jahr über läufig sein. Dies beginnt damit, das er überall seine Duftmarke absetzt und geht bis zu Wanderungen zur nächsten läufigen Hündin und nächtlichen Heulkonzerten aus Liebeskummer. Wir sind der Meinung wenn Sie wenig oder gar keine Hundeerfahrung haben, sollten Sie sich doch lieber für eine Hündin entscheiden. Sicher zeichnen sich Beide durch ihren angenehmen Charakter aus, dennoch meinen wir das eine Hündin leichter zu lenken und ein Rüde dominanter ist.

Denken Sie auch daran, dass die Wahl ihres Welpen auch davon abhängt, welche Pläne Sie in der Zukunft mit ihrem Hund haben. Wenn Sie ein Liebhabertier wollen, suchen Sie sich nicht den draufgängerischen Welpen aus. Sollten einige Welpen gleich selbstsicher sein, können Sie nach ihren persönlichen Vorlieben aussuchen. Falls Sie ihren Hund zur Arbeit ausbilden wollen, sollten Sie sich von einem Geschicklichkeitstest leiten lassen. Sollten Sie vorhaben ihren Welpen auszustellen, suchen Sie sich einen Welpen, aus der dem Rassestandart so nahe wie möglich kommt. Bewerten sie den Welpen Punkt für Punkt. Zuerst auf dem Tisch und dann auf dem Boden um sein Gangwerk zu beurteilen. Stellen Sie den Welpen auf den Boden und achten auf seine Bewegung. Er sollte weit raumgreifende und keine engen Bewegungen machen. Beobachten Sie wie weit seine hinteren Fußballen auseinander liegen. Ein Welpe der sich jetzt eng bewegt wird später seine Läufe aufeinander reiben.

Geben Sie dem Welpen jetzt ein Spielzeug und achten sie darauf, wie er seine Rute trägt. Die meisten Welpen trage ihre Rute lustig erhoben, der Rutenansatz sollte aber etwas unter der Rückenlinie liegen. Eine schlecht getragene Rute zeigt himmelwärts, eine gut getragene macht erst einen Bogen nach unten um dann mit dem Ende nach oben zu zeigen. Schauen Sie dem Welpen auf die Pfoten wenn er stehen bleibt, stehen sie gerade nach vorne wenn er stehen bleibt. Achten Sie auf einen quadratischen, gedrungenen Körper. Der Welpe sollte so harmonisch wie möglich wirken. Der Welpenkopf sollte bis zum Fang hinunter etwas quadratisch und tief sein. Die Ohren sollten ein wenig zu groß aussehen.

Die Augenfarbe bei den schwarzen Welpen ist blau. Es ist ziemlich einfach die spätere Augenfarbe vorherzusagen, da dunkelblau zu dunkelbraun und hellblaue Augen gerne hellbraun werden. Der Augenrand sollte am Auge eng anliegen. Um das Gebiss des Welpen zu beurteile, sehen Sie sich auch die Zähne des Welpen an. Dies zu zeigen ist jedoch immer Sache ihres Züchters um zu vermeiden das dem Welpen Gewalt angetan wird oder sich bei dem Tier mögliche Ängste aufbauen. Die Zähne sollten zur Schere schließen, das heißt, der Oberkiefer greift dicht über den Unterkiefer. Achten Sie auf eine gut gewinkelte Vor- und Hinterhand. Sehen Sie sich auch die Oberlinie des Welpen von der Seite an. Der Brustkorb sollte wohl gerundet sein, wobei man bedenken muss das dieser im Laufe des Wachstums begradigt wird. Sehr wichtig ist es, den Umfang der Vorderläufe zu fühlen. Ein Neufundländer sollte kräftige, dickknochige Läufe und Pfoten haben. Suchen Sie nach dem Welpen dessen Läufe und Pfoten viel zu groß für ihn erscheinen, um einer Verfeinerung die mit dem Wachstum auftritt Raum zu lassen. Tasten Sie die Länge der Rute ab. Sie sollte bis zur Hinterfußwurzel reichen und keine Knicke aufweisen. Leider ist es nötig zu erwähnen, dass ein Rüde zwei abgestiegene Hoden im Hodensack haben sollte, da er sonst nicht ausgestellt werden kann. Die Ellenbogen sollten sich dicht an der Brust anschmiegen und nicht nach außen ragen. Jedoch dürfen diese nicht zu eng unter den Rippen stehen, er wird sonst zu eng in der Vorderhand sein mit wenig Abstand zwischen den Vorderläufen.

Beobachten Sie auch die Mutterhündin genau. Wie verhalten sich die Züchter, Ihnen und natürlich den Welpen gegenüber? Wenn Welpen und Mutterhündin neugierig und vertrauensvoll sind, ist dies ein gutes Zeichen. Die Welpen sollten natürlich auf sie zukommen und nicht verängstigt in der Ecke sitzen. Während Sie die Welpen beobachten werden diese gelangweilt, müde, schelmisch oder auch hungrig sein und dies mitteilen, indem sie einschlafen oder versuchen ihre Geschwister aufzumischen. All das ist normales Verhalten für einen Neufundländerwelpen. Egal wie prächtig ein Welpe auch aussehen mag, wenn er nicht ein gutes Wesen hat, bekommen sie keinen wirklichen Neufundländer. Lassen Sie sich alle Zuchtunterlagen zeigen und genau erklären. Bei ernsthaftem Interesse bitten Sie den Züchter um eine Kopie, damit Sie zu Hause noch einmal in aller Ruhe nachdenken können. Bedenken Sie aber immer, auch nach der vollständigen Abklärung aller Fakten ist Welpenkauf immer noch Vertrauenssache. Wichtig wird später für Sie auch sein, dass ihr Züchter bei allen späteren Problemen für Sie immer zu erreichbar ist. So mancher Züchter wird früher oder später sowieso einen Hausbesuch bei seinem Welpenkäufer machen und dort die Haltungsbedingungen prüfen. Sie haben genau überlegt und sich entschieden? Dann gratulieren wir Ihnen von ganzem Herzen zu ihrem neuen Familienmitglied - einem Neufundländer.

Autoaufkleber auf der ganzen Welt
resümieren es wunderschön wenn sie kundtun:
"Wenn es kein Neufundländer ist, ist es nur ein Hund!"



Hinweis:
Dieser Text enthält zum Teil Textauszüge aus dem empfehlenswerten Buch:
"Neufundländer - Heute"
Autor: Hedd & Del Richards
erhältich bei Kynos Verlag, ISBN 3-933228-12-3.
Eine schriftliche Abdruckgenehmigung wurde uns hierfür am 05 Mai 2003 erteilt.